Übesicht

Rettungshunde WM endete mit Überraschung

Veröffentlicht: 03.08.2004 um 11:47:05 Uhr
Autor: Guido Zörner

Vor kurzem ging in Wittstock die 10. Weltmeisterschaft für Rettungshunde zu ende. Überraschender Sieger der Meisterschaft war der Österreicher Erwin Payreder mit seinem Staffordshire Bullterrier.

Rettungshunde spielen bei Katastropheneinsätzen rund um die Welt eine entscheidende Rolle. Sie werden ausgebildet, um den Menschen in Notsituationen zu helfen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Von verschütteten Personen in Trümmern, nach dem Einsturz von Bauwerken jeder Art, z. B. durch Erdbeben, Gasexplosionen, bei Unglücksfällen in Tunneln oder Stollen. Bei vermissten Personen in der Fläche, in unübersichtlichem Wald- oder Buschgelände, nach Erdrutschen, nach Unglücksfällen, bei der Suche nach Schockopfern, verirrte Kinder und verwirrte meist ältere Menschen. Sowie bei der Wasser- und Lawinensuche.

Eine Plattform bei der Hundeführer von vielen Organisationen ihr Leistungsniveau messen und Gelegenheit finden fachliche Kenntnisse auszutauschen bietet die jährlich statt findende Weltmeisterschaft, die in diesem Jahr in Wittstock statt fand. Ausrichter war der BRH Bundesverband Rettungshunde e. V., der in Deutschland die größte private Rettungshunde Organisation ist. 139 Teilnehmer aus 16 Nationen zeigten ihr können in den Disziplinen Unterordnung, Gewandtheit und in der Nasenarbeit auf der Fläche, auf der Fährte sowie im Trümmerfeld.

Erwin Payreder führt zwei Staffordshire Bullterrier als Rettungshunde! Chayenne bekam er im Alter von 18 Monaten aus Hamburg mit der er bis jetzt folgende Prüfungskennzeichen ablegte: BGH 1, 2, 3, Rettungshundeprüfung Fläche A & B. Der sechsjährige Dominator Dagos Family Staff (Foto) hat schon ein bisschen mehr auf dem Kerbholz: BGH 1, 2, 3 GH 1, 2, 3, Fährte 1, Verhaltensüberprüfung beim GBF in Pörnbach, Ausdauerprüfung beim Deutschen SV in Garmisch, Hundeführschein beim ÖKV, Fläche A & B, Trümmer A & B, Obendience Staatsmeister 2000, Vize Staatsmeister Fläche 2001, WM 3. Platz Fläche in Vesely (CZ), Mannschafts Staatsmeister 2002 & 2003, Staatsmeisterschaft Judenburg 2003 5. Platz Trümmer und schließlich Weltmeisterschaft in Wittstock 2004 1. Platz und Weltmeister Trümmer.

„Da ausgebildete Hunde, die zur Rettung von verschütteten oder vermissten Personen eingesetzt werden von unschätzbaren Nutzen für die Menschheit sein können, habe ich mich entschlossen mit meinen Staffordshire Bullterrier diese sinnvolle Ausbildung zu absolvieren.“ sagt Erwin Payreder gegenüber Hunde in Berlin. Warum er gerade die aus Großbritannien stammenden Rasse Staffordshire Bullterrier gewählt hat, begründet er ganz einfach: „Die Rasse Staffordshire Bullterrier eignet sich meiner Meinung nach ausgezeichnet für die Arbeit als Rettungshund. Der Staffordshire Bullterrier verfügt über folgende Rasse spezifische Merkmale: Kinder und Menschenfreundlicher, Ausgeglichenes ruhiges Wesen, Hervorragende Gelehrigkeit.“ Die Ausbildung erfolgt ausschließlich über den Beute- und Spieltrieb der Tiere.

Seit dem Jahr 2000 allerdings zählt der Staffordshire Bullterrier hier in Deutschland als gefährlicher Killer obwohl es nie einen Zwischenfall mit einem Vertreter dieser Rasse gegeben hat und verantwortliche Stellen nachweislich noch nie einen Staffordshire Bullterrier zu Gesicht bekommen haben. Auch deutsche Rettungshundeorganisationen schlossen sich dem Rassenwahn an und verboten - auch nach langjähriger Ausbildung - den Haltern dieser Rassen die Teilnahme an Einsätzen.

„Bei meiner Organisation ÖGV (Österreichischer Gebrauchshundesport Verband) sowie bei allen anderen Institutionen in Österreich, gibt es keine Vorurteile oder sinnlose Verbote diverser Rassen. Grundsätzlich können alle Hunde die über eine sehr gute Veranlagung verfügen zum Rettungshund ausgebildet werden!“, sagt Erwin Payreder. Beim ÖGV gibt es keine Rasseprobleme. Es trainieren noch ein weiterer Staffordshire Bullterrier und eine Pitbull Hündin erfolgreich bei ÖGV/Rettungshunde! Mit Dominator nahm er zum vierten Mal an einer Weltmeisterschaft teil. 2002 hatte er allerdings bei der WM in Budapest großes Pech. Dort hatte er nach 17 Minuten alle fünf Personen gefunden. „Leider verbellte er zwischendurch ein Funkgerät, das auf einer Mauer vergessen worden war (=Fehlverweis) und wir schieden aus dem Bewerb aus.“, erinnert sich der Hundeführer. In Dänemark sah es 2003 nicht viel besser aus. Einige Monate zuvor hatte sich Dominator das Kreutzband gerissen und war konditionell noch nicht wieder der Alte.

Erwin Payreder beschloss daher, sich mehr auf die Trümmersuche zu konzentrieren, da der Hund hier etwas weniger laufen musste. Der Entschluss zahlte sich auch. Einen Monat nach der WM in Dänemark machte er auf der Österreichischen Staatsmeisterschaft den fünften Platz. „Als ich in Wittstock am Donnerstag Mittag zur Trümmersuche kam, hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Teilnehmer die Suche positiv beendet. Das Trümmergelände war sehr selektiv und schwierig - nur 15 Teilnehmer von 53 Startern konnten die Prüfung bestehen!“, berichtet der Hundeführer. Und weiter erinnert er sich: „Mein Dominator suchte und verbellte alle Versteckpersonen vorzüglich. Sogar eine Person in einer Mülltonne und ein Opfer unter einem großem Reifenstapel waren für meinen Staffordshire Bullterrier kein Problem.“

Mehr über Erwin Payreder und seine Hunde auf seiner Homepage: www.staffmaster.at

Kommentare

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Von: Michaela (08.04.2005 12:37:51 Uhr)

Bulli´s und Pit Bulls sind die süßesten Hunde die es gibt mit ihnen hat man immer was zu lachen!

Von: Helmut Raspl (28.08.2010 um 13:37 Uhr)
E-Mail: Cezok69@Yahoo.de

Hallo, riesen Respekt und Gratulation für diese hervorragende Leistung von Hund und Herr! Vieleicht sieht nun diese engstirnige und vollkommen durch Boulevard Blättchen verblödete Allgemeinheit das diese sog."Kampfhunderassen" gerade in Puncto Menschenfreundlichkeit und Wesensfestigkeit von keiner anderen Hunderasse übertreffen werden können!Das kann ich aus zwanzigjähriger Hundeausbildung mit den unterschiedlichsten Rassen handfest beweisen! Das ist die Realität,hier kann man es schwarz auf weiss sehen!Dies sollte selbst dem dummen Pöbel überzeugen!Wenn man Tierärzte befragt, sind gerade diese Rassen ihre Lieblingspatienten, für die man keinen Maulkorb wegen einer Untersuchung oder Spritze benötigt! Riesen Leistung und riesen Tat für die wunderbare Hunderasse Staffordshire Bullterrier! Mit besten Grüssen H.Raspl, Augsburg

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