Die Bild-Zeitung berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe über das geplante rot-rote Hundegesetz in Berlin. Danach sollen angeblich nur noch 4 statt 12 Hunderassen als gefährlich gelten. Spezielle Haltungsauflagen soll es dann nur noch für Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier geben. Außerdem wird es für diese Rassen eine Befreiung vom Maulkorbzwang geben, wenn alle Auflagen erfüllt wurden und der Hund eine grüne Plakette trägt. Die generelle Anleinpflicht für diese Rassen soll allerdings erhalten bleiben. Für alle Hunde könnte ferner eine Kennzeichnungspflicht sowie eine Haftpflichtversicherung dazukommen.
Die Berliner Grünen haben jedoch andere Vorstellungen. Ihr Gesetz sieht keine Rasselisten vor. Dafür allerdings einen "Hunde-TÜV" für alle Hunde ab 17 kg oder 40 cm sowie für gefährliche Hunde (die gebissen oder Menschen gefahrdrohend angesprungen haben). Die Überprüfung soll durch außerbehördliche Prüfstellen vorgenommen werden, vergleichbar mit dem Kfz-TÜV. Genau wie der rot-rote Gesetzesentwurf fordern die Grünen eine Kennzeichnungspflicht mit einem Mikrochip und Plakette. Der Polizei-Hauptkommissar und Diensthundeführer Alfred Maciejewski unterstützt diesen Vorschlag: "Es ist nicht so, dass die so genannten Kampfhunde außen vor bleiben. Die sind ja alle über 40 cm oder über 17 kg schwer und machen den gleichen Prozess mit. Der Vorteil ist, dass dieser Entwurf wesentlich weiter geht".
Heute meldete sich auch die FDP zu diesem Thema. Rainer-Michael Lehmann, stellvertretender Vorsitzender und sozialpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus begrüßt nur tendenziell den Hundegesetz-Entwurf der Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS). Die Pläne des Senats, den grundsätzlichen Maulkorbzwang bei entsprechendem Test-Nachweis aufzuheben, befürwortet Lehmann. Unverständlich hält er jedoch die Reduzierung der Rasse-Liste auf nun vier Hunderassen, anstatt sie ganz zu streichen. Lehmann gegenüber Hunde in Berlin: "Anstatt die umstrittene Rasseliste willkürlich auf vier Hunderassen zu beschränken, sollte die Idee des Sachkundetestes auf alle großen und gefährlichen Hunde ausgeweitet werden. So müssten auch Halter von Schäferhunden, die in den Beißstatistiken ganz oben stehen, nachweisen, dass ihre Hunde nicht gefährlich sind". In der Praxis bedeutet dies: Wer einen Sachkundetest nachgewiesen hat, dem sein Hund muss kein Maulkorb tragen. Den Vorschlag der Grünen, gefährliche Hunde allein nach Schulterhöhe und Gewicht einzustufen, hält die FDP jedoch für unpraktikabel und nicht sachgerecht. Überdies fordert die FDP vom Senat eine Haftpflichtversicherung für alle Hunde, mehr Hundeauslaufgebiete sowie eine deutliche Ausweitung der Ordnungswidrigkeiten bei Verstößen gegen das Hundegesetz.
Quelle und weitere Informationen:
MOZ vom 13.05.03
Hunde in Berlin vom 28.08.02 - Berliner Grünen stellen Gesetz...
FDP Fraktion Berlin PM vom 14.05.03
Von: @tim (16.05.2003 12:38:28 Uhr)
E-Mail: das ist schon gut .der vorschlag zur liberaliesierun der verordnungen gefällt mir.
der neue vorschlag zur h.verordnung gefällt mir
Von: Sandra (27.05.2005 18:31:46 Uhr)
Der Ansatz ist ja schon mal nicht schlecht. Wichtig ist einfach, dass die Defizite in erster Instanz beim Menschen zu suchen und zu bekämpfen sind. Der Hund wird nur entsprechend erzogen, der Mensch bestimmt wie.