Übesicht

Grunewaldtheater 3. Akt - Morgen wird entschieden

Veröffentlicht: 24.03.2003 um 21:08:54 Uhr
Autor: Guido Zörner

Morgen, am 25.03.2003, tagt der Umweltausschuss Steglitz-Zehlendorf. Er entscheidet über die Zukunft des Teils des Hundeauslaufgebietes Grunewald, der in dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegt. Am 05.02.03 entschied der Umweltausschuss Charlottenburg-Wilmersdorf (wir berichteten) ebenfalls über ihren Teil des Auslaufgebietes. Dort kam der Ausschuss zu der Erkenntnis, erst einmal alles so zu belassen wie es ist, und dann zu prüfen, welche Neuordnungen wirklich sinnvoll sind....

Seit heute liegen uns die Anträge der Fraktionen der SPD sowie der CDU/FDP für Steglitz-Zehlendorf vor. Die Vorstellungen der SPD bezüglich des Grunewaldes decken die schlimmsten Befürchtungen der Berliner Hundefreunde. Demnach soll eine Neuregelung der bestehenden Hundeauslaufgebiete soweit vorgenommen werden, dass die Uferwege und –zonen an Schlachtensee und Krumme Lanke davon weiträumig ausgenommen werden. Ferner soll ein "Hundewanderweg" (ohne Leinenzwang) zwischen S-Bahnhof Nikolassee und S-Bahnhof Grunewald entlang der S-Bahn eingerichtet werden. Außerdem sollen alle Hundeauslauf- und Erholungsgebiete ausreichend durch Hinweisschilder gekennzeichnet werden. Die Forderung der SPD, in anderen Bezirke zusätzliche Hundeauslaufgebiete zu schaffen, dient jedoch lediglich der Besänftigung. Denn Bezirksämter entscheiden für sich allein. Selbst wenn dieser Punkt im Antrag der SPD angenommen wird, heißt das noch lange nicht, dass andere Bezirke dazu verpflichtet sind, dieser Forderung nachzugeben.

Als Begründung für diese Maßnahmen führt die SPD in ihrem Antrag an, dass es in den Ufergebieten von Schlachtensee und Krumme Lanke seit Jahren zu Konfliktsituationen zwischen Erholungssuchenden sowie Badegästen und Hundehaltern kommt. "Weiterhin ist durch die intensive Nutzung des Böschungsbereichs durch freilaufende Hunde die Uferregion sowie die Böschung oberhalb des Uferweges stark erosionsgefährdet", heißt es in dem Antrag. Der Grunewald ist mit seinen idyllischen Seen das größte Hundeauslaufgebiet Berlins. Und da in anderen Bezirken derartige Einrichtungen fehlen, soll nach Ansicht der SPD dem "Hundetourismus" durch Verkleinerung des bestehenden Auslaufgebietes und Ausweitung weiterer Hundeauslaufgebiete engegewirkt werden. Leider haben die Antragsteller dabei die ablehnende bzw. zögerliche Haltung anderer Bezirke vergessen, wenn es um neue Auslaufgebiete geht.

Der gemeinsame Antrag der CDU und der FDP sieht jedoch etwas besser aus. Er sieht vor, in Abstimmung mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf die Neuplanung der Hundeauslaufgebiete durch die Senatsverwaltung für Stadtplanung und Umweltschutz kritisch zu überprüfen. Damit wird der Schwarze Peter wieder dem Senat zugeschoben, der die ganze Diskussion heraufbeschwört hat. Das Ziel einer derartigen Überprüfung durch den Senat "könnte sein, die Nutzung der derzeitigen Auslaufgebiete grundsätzlich zu erhalten". Weiter heißt es in dem Antrag: "Bei konkreten Konfliktsituationen wie z. B. am Schlachtensee oder der Krummen Lanke sind Veränderungen zu überdenken". Bei der Neuauswahl von Gebieten sollte jedoch nach Meinung der CDU/FDP die ökologische Qualität der Waldflächen berücksichtigt werden, welche auch zur Ablehnung des Düppeler Forstes durch diverse Interessenvertretungen geführt hat.

Die öffentliche Ausschusssitzung findet am 25.03.03 um 16.30 Uhr im Rathaus Zehlendorf statt.

Quelle und weitere Informationen: Interessengemeinschaft Grunewald

Kommentare

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Von: Christian Buchholz (29.06.2006 13:48:39 Uhr)
E-Mail: Finkenwerder@t-online.de

Es ist unzumutbar, dass der im Jahr 2006 stark
zugeneommene Hundeauslauf am Schlachtensee
rücksichtslos auf Kosten der vielen Kleinkinder
genutz wird. Besonders auf der Seite der
Fischerhütte erlebe ich viele militante
auseinandersetzungen zwischen den Müttern von
Kleinkindern und anderen Badegästen mit den
meist uneinsichtigen Hundebesitzern. Ich empfehle
Ihnen einmal bei Inversionswetterlage am
Schlachtensee entlang zu gehen. Der Gestank nach
Hundeurin wird Ihnen das Problem (genauso wie am
Grunewaldsee) veranschaulichen. Warum müssen
ausrerechnet die landschaftlich attraktivsten Plätze
in Berlin den Hunden den Vorrang vor dem
Menschen geben? Warum werden nicht die
ehemaligen Grenzstreifen dafür freigegeben? Und
da ich gerade dabei bin. Wenn Sie auch kleine
Kinder haben, werden Sie wissen, dass man diese
nur noch von der Strassenseite ins Auto einsteigen
lassen kann. Weil in vielen Strassen der
Hundekotanfall beträchtlich ist. Warum werden
nicht, wie inder Schweiz Hundekloos aufgestellt?
Das schafft viele Arbeitsplätze, die vonder
Hundesteuer bezahlt werden könnten. Diese sollte
unbedingt erhöht werden in Berlin, wo es
inzwischeneinfach zu viele Hunde gibt. Scheinbar
sind die Politiker nicht Willens dieses Problem zu
lösen, da sie auch von den Hundebesitzern gewählt
werden wollen.
Christian Buchholz

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