Übesicht

Richter über Leben und Tod - Die Rassegutachten des Prof. Dr. Leo Brunnberg

Veröffentlicht: 25.01.2003 um 19:24:07 Uhr
Autor: Guido Zörner

Jessy führte bis vor kurzem ein ruhiges Leben in Eberswalde. Denn sie hatte seit Juli 2001 zwei Rassegutachten, die sie zu den Mischlingen zählt, in dem Einkreuzungen von einem Bosten-Terrier und einem Labrador festgestellt wurden. Das Ordnungsamt gab sich jedoch nicht damit zufrieden. Die Ordnungshüter in Eberswalde wollten unbedingt einen Kampfhund und so luden sie den Leiter der Kleintierklinik Berlin-Düppel, Univ. Prof. Dr. Leo Brunnberg ein, um ein Rassegutachten anzufertigen. Das tat er dann auch.

Brunnbergs Meinung nach ist Jessy (Foto oben) ein Staffordshire-Bullterrier. Das genügte dem Ordnungsamt und ordnete prompt die Beschlagnahme des Hundes an. Mit Hilfe seiner Rechtsanwältin, Annett Löwe, bekam Daniel Hanff, der Besitzer von Jessy, seinen Hund aus dem Tierheim zurück. Nun muss das Gericht entscheiden, zu welcher Rasse Jessy gehört. Das Gutachten von Leo Brunnberg wird also Gegenstand einer Gerichtsverhandlung sein.

Doch der Fall von Daniel Hanff und Jessy ist kein Einzelfall:

Alexander Feilscher aus Eberswalde hat mehrere Rassegutachten von anerkannten Sachverständigen aus Brandenburg, die seinen Hund Tommy (Foto unten rechts) als einen American-Bulldog-Mischling klassifizieren. Auch hier haben sich die Ordnungshüter in Eberswalde nicht damit zufrieden gegeben. Auch Tommy musste zu einer Begutachtung durch Prof. Leo Brunnberg. Auch bei diesem Hund hat Leo Brunnberg bestimmt, dass Tommy ein Staffordshire-Bullterrier (Foto unten links) ist. Auch Alexander Feilscher wird nun in einer Gerichtsverhandlung Klarheit bekommen.

Die Gutachten von Leo Brunnberg werfen echten Fachleuten viele Fragen auf. Unklar ist, warum sich beide Gutachten fast im Wortlaut gleichen, obwohl es sich um zwei völlig verschiedene Hunde handelt. Vor allem ist unklar, warum Leo Brunnberg ausgerechnet in allen Fällen einen Staffordshire-Bullterrier zu erkennen glaubte, da der Rassestandart des Staffordshire-Bullterrier stark von den begutachteten Hunden abweicht.

Doch das ist noch nicht alles. Denn die Brunnberggutachten sind in sich widersprüchlich. So stellt Brunnberg in dem Gutachten für Jessy ein Gewicht von ca. 25 kg und eine Größe von 50 cm Stockmass fest. In dem gleichem Gutachten beschreibt er jedoch den Rassestandart des Staffordshire-Bullterrier mit einer Größe von 35 - 40 cm und mit einem Gewicht bis 17,2 kg!

Bei Tommy sind die Unterschiede zu einem Staffordshire-Bullterrier noch augenscheinlicher (Foto unten). Unter Entbehrung eines fachlich angemessenen Terminus spricht Leo Brunnberg von "straffen Lippen", die bei Tommy aber eher fleischige Lefzen sind, und von einem "tief ansetzenden Schwanz".

Auf die Fragen, was nun diese beiden Hunde zu einem Staffordshordshire-Bullterrier macht, haben wir von der FU Berlin keine Antwort erhalten. Allerdings liegt uns ein Schreiben des Fachtierarztes für Verhaltenskunde, Prof. Dr. Juhr vor, der unmissverständlich aussagt: "Tierärzte beschäftigen sich mit Physiologie und Erkrankung von Hunden. Rassezugehörigkeit ist kein tierärztliches Problem und Tierärzte sind keine Sachverständigen für Rassefragen (es sei denn, sie sind als Privatperson Mitglied oder Richter in einem Rassehundezuchtverein). Das gilt auch für beamtete Tierärzte."

Renè Schuboth, der Anwalt von Alexander Feilscher und Tommy ist jedoch zuversichtlich. Er sieht einer Gerichtsverhandlung mit guter Erwartung entgegen. "Man brauch sich einfach nur einmal ein Buch über Hunderassen zur Hand nehmen, und sehen, was das wirklich für ein Hund ist", sagt der Anwalt und führt an: "Wir werden, wenn es zur Verhandlung kommt, weitere Gutachten einholen, die, denke ich, ähnlich ausfallen werden, wie die der beiden Sachverständigen des Landes Brandenburg."

Eines der Gutachten stammt von dem angesehenen Sachverständigen Ortlieb Lothary. Er stellt fest: "In dem hier vorliegenden Fall handelt es sich [...] bei Tommy, dem Hund des Herrn Feilschers, mit absoluter Sicherheit nicht um einen Staffordshire-Bullterrier." Weiter heißt es von dem Sachverständigen: "So liegt die maximal erwünschte Widerristhöhe (bei einem Staffordshire-Bullterrier, Anm. d. Red.) bei 40,5 cm, dass absolute Maximalgewicht bei Rüden ist mit 17 kg festgeschrieben. Schon allein bei dieser Standartvorgabe liegen zwischen dem verfahrensgegenständlichem Hund und einem tatsächlichen Staffordshire Bullterrier Welten! Herr Prof. Dr. Leo Brunnberg bestätigt in seinem Gutachten selbst eine Widerristhöhe von 59 cm und ein Gewicht von ca. 35 kg. Tommy würde somit ca. 50 % über dem Größenlimit und weit mehr als 150 % über dem eindeutig festgeschriebenen Gewichtslimit liegen."

Kann sicher jeder Mensch ein Gutachter nennen? Was Qualifiziert einen Menschen dazu, mehr als 350 Hunderassen zu unterscheiden? Diese Frage wird bald von Gerichten beantwortet werden müssen. Sobald eine Entscheidung in dieser Frage fest steht, werden wir noch einmal auf diese Fälle zurückkommen.

Kommentare

Atom Newsfeed der Kommentare (Hilfe).

Von: robert (17.04.2006 23:03:02 Uhr)
E-Mail: oxana.hepperle@t-online.de

hallo wer kann uns helfen nach fünf tagen müssen wir unseren amerikanischen Staff im tierheim abgeben laut ordnungsamt weil wir ihn als geschenk aus ausland gekriegt haben und das ist illigal

Von: Peter (01.02.2006 17:54:44 Uhr)
E-Mail: peter_niebling@arcor.de

Hallo,
auch wir haben das Problem,daß unser Hund als "KAMPHUND" überführt werden soll ! Leider ist es bei uns so,daß der Hund tatsächlich eine Kreuzung aus Staff und Boxer ist,jedoch einem Staff auf´s 100stel gleicht. Finden wir nicht innerhalb zwei Wochen einen Gutachter der uns den Hund als Boxer-Mix ausschreibt, sind wir unsere Wohnung (in der wir vor 3 Monaten eingezogen sind ) wieder los.
Gesucht wird also ein Gutachter in Berlin.

Von: der_acki (07.04.2005 13:03:39 Uhr)
E-Mail: bogner@yourass.com

Das Beispiel zeigt mal wieder, dass man die Böcke nicht zu Gärtnern machen sollte. Dr. Brunnberg hat sich für diese Welt jedenfalls als Gutachter disqualifiziert !

Von: Kuno (29.11.2004 14:42:32 Uhr)
E-Mail: srewface-tattoo@t-online.de

lebt das dritte reich wieder auf, oder leben wir in eienm rechtsstaat???
komisch, das in der, (kampf)hundeverordnung des landes hessen keine deutsche hunderasse aufgeführt ist.
wer schütz mich als diskreminierten hundehalter eiens mischlings???

Von: Manfred (03.01.2004 11:41:30 Uhr)
E-Mail: el-torro-barmbek@t-online.de

Für Menschen denen der Hundetod nicht egal ist gibt es diese Seite einzulesen die furchtbar traurig ist,aber wegschauen nützt nichts .Gruss Manfred.
http:www.hundeinnot.com/condolence/index.htm Meinen grössten Respeckt und meine grösste Hochachtung gehört den Menschen die als Tierschützer in aller Länder in Gefängnissen einsitzen weil sie Tieren helfen wollen.Deswegen sind Geburtsdaten und ähnliches von Tierquälern wichtig,um es zur anwendung kommen zu lassen,wo gibt es so eine liste mit Tier Quälern?

Von: Manfred (02.01.2004 07:22:14 Uhr)
E-Mail: el-torro-barmbek@t-online

Jeder der die gefährlichkeit von einer rasse abhängig macht-den seine Eltern sind unbedingt als Bruder und Schwester anzusehen auch dann wenn die eltern sich nicht ähnlich sind im aussehen

Von: Nicola (19.11.2003 14:12:32 Uhr)
E-Mail: Schnucki2410@gmx.de

12 Jahre war meine Staffordshrie-Bullterrier Hündin "Candy" unserer Famielienmitglied und darüber hinaus ein Therapiehund. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch, der ein Tier halten möchte, hierbei spielt es keine Rolle ob einen Wellensittich, ein Pferd oder einen Hund, sich einem Test zu unterziehen hat, ob er fähig ist das Tier artgerecht zu haten. So wird meiner Meinung nach Tierquälerei auf der ganzen Linie bekämpft!!!

Von: Manfred Korinth (28.01.2003 16:28:29 Uhr)
E-Mail: Manfred.Korinth@t-online.de

Rassengeilheit verhindert sinnvolle Maßnahmen. In der Politik ist es unwichtig, ob eine Maßnahme sinnvoll ist oder nicht.
Beschlossen wird immer nur das, wofür es eine Mehrheit gibt.
Da es in den Parteien mehrheitlich rassengeile Strömungen gibt, wird sich an dem Bestand der Rassenliste nichts ändern.
Rassegutachten sind nichts Neues. In der Nazizeit wurden den Menschen die Köpfe vermessen, um herauszufinden, ob sie eine arische Großmutter haben.
Es gibt Menschen, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur für eine Hundehaltung völlig ungeeignet sind.
Es wäre Aufgabe des Gesetzgebers, diese Figuren herauszufinden und mit einem lebenslangen Hundehaltungsverbot zu belegen.

Von: Winnetou (25.11.2007 um 11:59 Uhr)
E-Mail: cezok@aol.com

Hallo alle "Kampfhundefreunde",
es ist grauenhaft mitansehen zu müssen, wie vollkommen unfähige und unkompetente Politiker fern jeglicher Wissenschaftlicher Beweise Gesetze rausbringen können wie sie wollen! Anstatt sich mit echten Problemen wie Massenarbeitslosigkeit, Schwerstverbrechern und Kinderschändern sich ernsthaft auseinander zu setzen,fast man diese mit Samthandschuhen an und geht an leichte Themen wie z.B.Kampfhunde ran, um auf Wahlstimmenfang zu gehen! Durch wen kommen mehr Kinder zu ernsthaften Schäden - durch Hunde oder durch menschlichen Abschaum? Denken ist in unserem Lande eine seltenheit geworden und wird wahrscheinlich bald auch besteuert,ha,ha.

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Von: Sabine (04.12.2007 um 10:58 Uhr)

Unser Sachverständiger war sehr gut. Er arbeitet ohne Hundeplatz und ist sehr kompetent. Bin zwar in der Theorie das erste Mal durchgefallen, aber beim Zweiten Mal hat es geklappt. Hr. Lombardi hatte mir genau erklärt, was auf uns (Staff.Mix 15 Monate) zukommen würde. Die Tests waren sehr "alltäglich" und Stress hat mein "Oskar" nicht erlebt. Wichtig ist einen kompetene Person zu finden, die sog. Kampfhunde gar nicht so bezeichnen. Nicht alle Sachverständigen sind gleich. Es gibt immer "schwarze Schafe", vor denen muss man sich einfach hüten. Alles Gute, Biene

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Von: Bärlibärchen (04.11.2008 um 16:29 Uhr)

Also ich lebte bis vor kurzem in Berlin und habe eine Staf-Mix Hündin. Bisher keine Probleme bis ein Nachbar behauptete sie hätte ihn gebissen. Trotz nachweislicher Lüge (Verfahren eingestellt) sollte von Herrn Brunnberg ein Gutachten erstellt werden um die Gefährlichkeit meiner Hündin festzustellen, Dank an dieser Stelle dem Vertreter meiner zuständigen Amtstierärztin, die den Fall zu den Akten gelegt hatte. Ich zog es vor, Berlin zu verlassen und lebe nun glücklich mit meinen Hunden in Bayern. Und wieder ein Steuerzahler weniger, der zusätzlich Hundesteuer zahlt und oben drauf noch sebstständig war. Berlin kann es sich ja leisten...

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Von: Philipp (01.07.2009 um 13:05 Uhr)
E-Mail: Lipp.ert@web.de

Denkt drann: Die Menschen die die "Macht" haben Hunde einziehen/beschlagnahmen oder einschläfern zu lassen sind in erster Linie Menschen welche in ihrem Leben noch nie einen Hund oder ein anderes Haustier haben/hatten, weil sie einfach zu dumm für die Haltung sind bzw. keinen bezug zu Tieren haben! Da wollte mir ein Ordnungsbeamter erzählen das ich ja gar nicht weiss was mein damals 6 monate junger "Kampfhund" für kräfte entwickeln kann und welche gefahr dabei für Leib und Leben der Passanten entsteht. 300 euro Strafe weil sie keinen Maulkorb trug. (mit 6 Monaten!!!!) (Ich kam gerade aus einer Spezialisierten Hundeschule welche ich noch über 2Jahre besuchte!) Wir können unseren "Ordnungshütern" ja nen gefallen tun und unseren Hunden vorsorglich schon mal gelbe Sterne auf die Schultern kleben. Was hier abgeht ist unmöglich! Ich selbst musste schon 3 "Kampfhunde" und einen Dobermann aus eigener Kraft befreien, aufpeppeln u. sozialisieren weil das Amt nicht reagiert hat! Mir hat niemand geholfen!DANKE! P.s. Rasselisten haben in Deutschland ja Tradition!

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Von: Nadine Thielicke (01.07.2009 um 23:43 Uhr)
E-Mail: mausebeenblau@arcor.de

Hallo,vieleicht,wird das ja gelesen,hab da ein riesen problem,mein hund muss dringend ein rasse gutachten haben und da kommen wir auch schon zu meinem problem,meine süsse sollte ,wie jeder"sogenante listenhund"beim oa angemeldet werden,natürlich war ich mit ihr da,mein prob war das der arzt und eine andere person der meinung waren das es kein listenenhund sei,sie gaben mir auf meinen hund einem rassergutachter vor zu stellen,nun ist das laut tierschutzverein aber so das in berlin die gutachten nur von einem Amtstierarzt gemacht werden dürfen,der Amtstierarztt bei dem ich aber von anfang an war, hat mich ja nun weg geschickt mit der forderrung nach einem gutachten,wie mir mit geteilt wurde werden die gutachten aus brandenburg(wäre das nägste(nicht an erkannt )ich muss auch noch dazu sagen das mein hund krank ist,er kann nicht lang laufen weil er dann keine luft mehr bekommt,daher kann ich mit dem tier auch nicht so lange fahren(habe kein Auto)meine frage nun an euch,habt ihr einen Amtstierarzt,einen gutachter oder was auch immer,was mir bei meinem problem hilft.Danke für jede antwort.Nadine

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Von: feilscher (09.12.2009 um 10:59 Uhr)
E-Mail: a.feilscher@gmx.net

hy meiner ist der tommy oben auf dem bild habe 2 jahre um ihn gekämpft und es ist alles wieder gut habe super nette leute gehabt die mir geholfen haben das zu überstehen mit allem ! wenn ihr fragen habt dann fragt kann viele tips geben meine nummer ist 01747435859

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Von: cherrypie (23.08.2010 um 17:50 Uhr)
E-Mail: cherrypie81@hotmail.de

Hallo,mein hund ein Miniatur bullterrier wurde von einer Rassegutachterin als standtart Bully eingestuft,obwohl beide Eltern tiere als Miniatur akzeptiert worden sind,die gutachterin war auch sehr rassistisch sowohl mensch als auch hund gegenüber,möchte nun ein unabhängiges rassegutachten bei meinen Bully machen,wenn er da als Mini eingestuft werden sollte will ich Gerichtlich gegen das Urteil vorgehen,Kennt jemand Rassegutachter in Ffm/umgebung????Mfg 0163/3343156

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Von: cherrypie (23.08.2010 um 17:50 Uhr)
E-Mail: cherrypie81@hotmail.de

Hallo,mein hund ein Miniatur bullterrier wurde von einer Rassegutachterin als standtart Bully eingestuft,obwohl beide Eltern tiere als Miniatur akzeptiert worden sind,die gutachterin war auch sehr rassistisch sowohl mensch als auch hund gegenüber,möchte nun ein unabhängiges rassegutachten bei meinen Bully machen,wenn er da als Mini eingestuft werden sollte will ich Gerichtlich gegen das Urteil vorgehen,Kennt jemand Rassegutachter in Ffm/umgebung????Mfg 0163/3343156

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Von: Gast (11.02.2011 um 23:58 Uhr)

sorry aber selbst ich als leihe sehe einen Pitt in diesem Hund

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