Im Südwesten Chinas – im Stadbezirk Wanzhou der Stadt Chongqing – sollten laut einer Anordnung vom März 2007 sämtliche Hunde den Behörden übergeben und getötet werden, berichteten Foxnews und The Shangahaiist am 07.03.2007. Laut Ran Hua, einem Mitarbeiter des Gesundheitsamtes im Stadtbezirk Wanzhou diente diese Maßnahme dem Kampf gegen die Tollwut in der Region. Im Jahr 2006 soll es 3 Fälle von Tollwut gegeben haben und im Februar 2007 soll ein Mensch daran gestorben sein. Auch geimpfte Tiere mußten getötet werden. Wer nach dem 15. März noch mit einem Hund angetroffen wurde, mußte mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen.

Nach Berichten der Humane Society International (HSI) sind auf diese Weise innerhalb von 5 Tagen 50.000 Hunde allein in der Provinz Yúnnán abgeschlachtet worden.

Doch angesichts der Tatsache, daß rund 70% aller Haushalte in ländlichen Gebieten in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde Hunde halten und zu einem erfolgreichen Massen-Impf-Programm neben der Bereitstellung der Impfstoffe auch die Verteilung der Impfstoffe, das Training von Personal, das Verbreiten von Aufklärungsmaterial, die Entwicklung von geeigneten logistischen Einrichtungen (Transporter, Kühlanlangen etc.) sowie der medizinischen Infrastruktur in ländlichen Gebieten gehört, erscheint die Summe von $100.000 geradezu lächerlich.


Eine Analyse der Kosten und Nutzen hat die Verantwortlichen vermutlich dazu veranlasst, sich lediglich für die Eindämmung der Seuche – mit ihren drakonischen Folgen – zu entscheiden, statt für eine kostenintensive Impfkampagne. Mit Beginn der Olympischen Sommerspiele 2008 steht für China viel auf dem Spiel. Die Welt schaut auf dieses Land und will Sieger sehen, statt dahin siechende Opfer der Tollwut.
Im Internationalen Krankheiten-Katalog der WHO (ICD-10) ist die Tollwut unter dem Schlüssel A82.9 verzeichnet. Die Tollwut wird als Zoonose bezeichnet. Das heißt, die Viren können auch von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragen werden.

Von der Bisswunde ausgehend vermehrt das Virus sich erst mal und wandert dann über Nervenfasern und das Rückenmark in das Gehirn. Je nach Ort und Schwere des Bisses, kann dieser Vorgang unterschiedlich lange dauern. Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) dauert in der Regel zwischen 3–8 Wochen, selten kürzer als 9 Tage. In Ausnahmefällen kann die Inkubationszeit auch mehrere Jahre betragen (s. a. RKI-Ratgeber Tollwut).
In den ersten Stunden nach einer Infektion, stehen die Chancen sehr gut, durch eine nachträgliche Impfung mit einer zusätzlichen Gabe eines Tollwutantikörpers das Virus abzutöten. Hat das Virus jedoch das Gehirn erreicht, gibt es praktische keine Möglichkeit der Heilung mehr.
Die ersten Symptome beim Menschen sind eine Gehirnhautentzündung und ggf. Schmerzen an der Bisswunde. Es folgt häufig Sensibilitätsverlust an einigen Hautbereichen.
Bald danach steigern sich die zentralnervösen Symptome wie Lähmungen, Angst, Verwirrtheit, Aufregung, weiter fortschreitend zum Delirium, zu anormalem Verhalten, Halluzinationen und Schlaflosigkeit. Die Lähmung der hinteren Hirnnerven (Nervus glossopharyngeus, Nervus vagus) führt zu einer Rachenlähmung, verbunden mit einer Unfähigkeit zu sprechen (bei Hunden „heiseres Bellen“) oder zu schlucken – dies ist während späterer Phasen der Krankheit typisch. Der Anblick von Wasser kann Anfälle mit Spasmen des Rachens und Kehlkopfs hervorrufen. Der produzierte Speichel kann nicht mehr abgeschluckt werden und bildet Schaum vor Mund oder Maul. Die Hydrophobie (Angst vor Wasser, Anm. d. Red.) und die Schluckbehinderung verhindern die Verdünnung des Virus, was seine Virulenz erhöht. Geringste Umweltreize, Geräusche, Licht führen zu Wutanfällen, Schreien, Schlagen und Beißen, wobei das – hochkonzentrierte – Virus schließlich übertragen wird.
- (Bild: Ein an Tollwut erkrankter Mensch. Quelle: CDC, Lizenz: public domain.)
2 bis 10 Tage nach den ersten Symptomen stirbt der Mensch.
Erkrankte Haushunde können dabei besonders aggressiv und bissig werden, sind übererregt, zeigen einen gesteigerten Geschlechtstrieb und bellen unmotiviert („rasende Wut“). Später stellen sich Lähmungen ein, die zu heiserem Bellen, Schluckstörungen (starkes Speicheln, Schaum vor dem Maul), Heraushängen der Zunge führen und infolge Lähmung der Hinterbeine kommt es zum Festliegen. Die Phase der „rasenden Wut“ kann auch fehlen und die Tollwut gleich mit den Lähmungserscheinungen beginnen („stille Wut“). Es kommen auch atypische Verläufe vor, die zunächst einer Magen-Darm-Kanal-Entzündung (Gastroenteritis) gleichen.
- (Bild: Ein an Tollwut erkrankter Hund. Quelle: CDC, Lizenz: public domain.)
Auch bei Hunden endet die Krankheit mit dem Tod.
Die Angst vor auf Menschen übertragbare Tierseuchen (Zoonosen) kommt in China nicht von ungefähr. Neben SARS (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) und der sogenannten „Vogelgrippe“ ist China auch besonders stark von Tollwutfällen betroffen. Gemäß einem Bericht der US Amerikanischen CDC kommen mehr als 80% der weltweit gemeldeten Tollwutfälle aus China. In den letzten Jahren kann China die zweithöchste Infektions- und Todesrate an Tollwuterkrankungen bei Menschen verzeichnen. Seit 1950 hat es in China 4 Tollwutepedemien gegeben. Alle traten in ca. 10 Jahres Abständen (1956–1957, 1965–1966, 1974–1975 und 1982–1983) auf. Mehr als 100.000 Menschen starben allein China an der Seuche. Rund die Hälfte aller Todesfälle sind zwischen den Jahren 1980 und 1990 zu verzeichnen. Seit 1997 gibt es wieder einen Anstieg der Todesfälle durch Tollwut wobei die Jahre 2003 und 2004 die Höhepunkte der Epidemie mit bis zu 2.651 Todesfällen pro Jahr dar stellten.

In China leben nach Schätzungen ca. 80–200 Millionen Hunde. In ländlichen Gegenden wird fast kaum geimpft. Es mangelt der Bevölkerung an Verständnis über die Gefahr der Tollwut und auch an Geld für die Impfung. Erschwerend kommt hinzu, daß die Hunde in ländlichen Gebieten praktisch keine Hundeleinen kennen und die Tiere sich stets frei bewegen können. Jedoch am bedeutsamsten ist, daß Menschen nach einem Hundebiß keine qualifizierte und ausreichende Nachbehandlung durchführen lassen. Die Landbevölkerung ist zu arm und kann sich keine medizinische Behandlung leisten. Zudem ist die Erwartung in eine Prophylaxe gering und der Zugang zu Medizin ist wegen der Abgeschiedenheit oft beschwerlich.
Nach den zur Verfügung stehenden Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind regelmäßig 30%–60% der Opfer eines Hundebisses in endemischen Tollwutgebieten Kinder unter 15 Jahren.

Die CDC kommt zu dem Schluß, daß eine Impfung der Hunde in ländlichen Gebieten eine substantielle Reduzierung der Tollwuterkrankungen beim Menschen zur Folge haben würde. Die Organisation empfiehlt daher eine staatlich finanzierte, gesetzlich vorgeschriebene Registrierung, Impfung und Sterilisierung von Hunden in ländlichen Gebieten. Wenn die medizinische Infrastruktur in ländlichen Gebieten verstärkt wird, insbesondere durch besser ausgebildetes Personal und eine bessere Verfügbarkeit von Impfstoffen und Tollwut-Antikörper, kann dank China das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Reduzierung auf die Hälfte der weltweiten Tollwutfälle bis 2015 erreicht werden.
Viele asiatische Staaten, darunter Japan, Korea, Taiwan, Malaysia und Singapur haben die Tollwut durch Tierbestandskontrollen und Impfungen gänzlich ausgerottet. Einer Studie der Medizinischen Gesellschaft von Thailand aus dem Jahr 2004 zufolge (PDF, ca. 86 KB), konnte ein Ausbruch der Tollwutseuche auf der Indonesischen Flores-Insel eine massenhafte Tötung von Hunden ohne eine intensive Impfkampagne der überlebenden Hunde, nicht verhindert werden.
In Indien konnten vorläufige Studien (PDF, ca. 702 KB) nachweisen, daß das Einfangen, Kastrieren, Impfen und wieder frei lassen von Hunden die Tollwutfälle bei Menschen reduzieren konnte.

In der Pressemitteilung hieß es außerdem, daß das Gesundheitsministerium in Zukunft mehr Aufmerksamkeit auf die Vorbeugung und Kontrolle der Krankheit in ländlichen Gebieten richten möchte und sicherstellen möchte, daß Tollwutimpfstoffe flächendeckend ausgeliefert werden.
Im Januar diesen Jahres ordneten chinesische Behörden laut einem Rundschreiben der Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft an, daß alle Hunde eine vorgeschriebene Impfung erhalten sollen. „Mit der steigenden Zahl und Dichte der Hunde in einigen Städten und ländlichen Gebieten sind weniger als 10% der Tiere geimpft gegen Tollwut“, hieß es in dem Rundschreiben. Angesichts dieser sehr ernsten Situation haben die Ministerien eine Verstärkung der Anstrengung und eine gesetzliche Impfpflicht aller Hunde angeordnet. Alle geimpften Hunde erhalten eine einheitliche Bescheinigung und werden entsprechende Abzeichen tragen. Die Aufforderung zur gesetzlichen Impfung stützt sich auf das kürzlich geänderte Gesetz zur Vorbeugung von Tierseuchen, daß seit dem 1. Januar in Kraft getreten ist und an alle Tierhalter in China gerichtet ist. In dem Rundschreiben wurde noch mal klar gestellt, daß von dem Gesetz auch ausdrücklich Haustiere betroffen sind. Alle Anforderungen in dem Gesetz seien „geeignet für Haustiere“.

Sollte tatsächlich ein Land wie China auf Proteste der eigenen Bevölkerung und der Tierschützer aus aller Welt reagiert haben? Wer weiß. Vielleicht sind es aber gerade die Olympischen Spiele, welche die Regierung beeinflußt hat und die die vermeindichen Auslöser der drastischen Maßnahmen waren. Die Welt schaut in diesem Jahr auf China, aber Bilder von abgeschlachteten Hunden sind nicht gerade gut für das Image.
Hierzulande stoßen derartige Massentötungen auf Unverständnis. Das liegt zum einen daran, daß wir in Westeuropa ein ausgesprochen gutes Impfregime haben. Zum anderen aber auch daran, daß wir besser über die Krankheit Tollwut informiert sind, bessere medizinische Versorgung für uns und unsere Vierbeiner zur Verfügung haben und letztlich wahrscheinlich auch bei Hundebissen – bzw. Verletzungen durch Tiere allgemein – wesentlich sensibler reagieren. Das lässt sich im Wesentlichen auch daran belegen, daß die Zahl der Tollwutfälle auf dem europäischen Kontinent in einer Achse entlang der Oder drastisch variiert.
Weil die Tollwut hierzulande auf sehr wenige Einzelfälle beschränkt ist, sehen immer mehr Tierhalter keine Notwendigkeit in einer Impfung. Doch gerade weil es in Westeuropa bisher ein sehr gutes Impfprogramm gab, konnte die Seuche sich hier nicht ausbreiten. Man sollte sich einfach vorher mal die schrecklichen Bilder und Zahlen aus China in Erinnerung rufen, bevor man sich entschließt, sein Haustier nicht zu impfen.
Eine Tierberstandskontrolle und das neue Impfprogramm kann in China die stetig wachsende Hundepopulation sinnvoll ergänzen. Zu Zeiten Mao Zedongs galten Hunde als Symbol bürgerlicher Dekadenz. Heute leben allein im Stadtgebiet Beijing rund 708.300 registrierte Hunde und die Bürger von Beijing geben jährlich rund 60 Millionen US$ für ihre Hunde aus. Entgegen der hiesigen landläufigen Meinung dienen diese Hunde jedoch nicht als Speisevorrat. Der Verzehr von Hunden kommt lediglich in einigen südlichen Regionen Chinas vor.

Nun, Hundeblut ist in China in den letzten Jahren in Massen geflossen. Es dürfte nicht schwer fallen, den wahren Dämon der Seuche zu entlarven.
(Die hier wiedergegebenen Kommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Kommentare werden von uns nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.)
Von: Josephine Wahrmann (04.11.2008 um 23:35 Uhr)
E-Mail: josi@brbmail.de
ich finde es total traurig das die armen tiere sowas angetahn wir ich bin der meinung das die menschen es verdient habe genau so behandelt zu werden wie sie die hunde und katzen behandeln.
kein lebewesen hat es verdient so zu sterben egal ob gesund oder krank.
wir wollen doch auch nicht so behandelt werden und die tiere erst recht nicht.
solche menschen sollte man ech einsperren die teire wollen doch nur nin frieden leben wie wir auch und ein schönes zuhause haben ich kann das nicht verstehen.
ich hasse tierquäler und das wird sich auch nicht ändern.
Von: assia (09.01.2009 um 23:06 Uhr)
E-Mail: big-assia@hotmail.de
das is ma so richtig hart von euch was ihr mit dennnnn armen hunden und katzen macht ihr sollst dann genau soo behandelt werden wie die
Von: elli (14.01.2009 um 21:50 Uhr)
gott das is ja furchtbar,wie kann man sowas nur verantworten,die gehörn an die wand gestellt,ich bin schockiert..
Von: claudia (30.01.2009 um 22:17 Uhr)
das geht echt gar ned, wie kann man sowas nur einen lebewesen antun. ich weiß gar nicht wie man es schaffen sowas übers herz zu bringen?!
der schlimmste "parasit" auf der welt ist der mensch.
Von: Sophie (14.05.2009 um 16:55 Uhr)
Ich finde es grausam und schokierend wie die tiere da behandelt werden!!!!! Ich hoffe das, das bald ein ende hat!!!!! mir tuhen die Tiere soo leid!!!! Ich würd am liebsten alle mitnehmen und retten!!! hoffendlich werden alle gerettet und bekommen ein zuhause!!!
Von: Hanna (17.05.2009 um 18:43 Uhr)
Ja, die Hunde tun mir auch Leid. Sie zu töten ist keine Lösung, dadurch stirbt die Tollwut auch nicht aus. Das einzig effektive wäre, die Tiere einzufangen, in Quarantäne zu nehmen und, wenn sie nicht mit Tollwut infiziert sind, zu kastrieren und wieder frei zu lassen.
Von: Kenji (03.08.2009 um 19:32 Uhr)
E-Mail: kenjihattori@gmx.de
Endlich auch ein Artikel in dem gesagt wird das nicht alle Chinesen so etwas tun. Hier in Europa werden alle Asiaten sehr häufig in eine Schubladde gepackt und als Tierquäler und Hundefresser dargestellt. Nur leben dort viel mehr Leute (1,3 MILLIARDEN) das hat natürlich zur Folge das dort auch mehr Irre rum rennen als hier.
Und bitte seit so lieb und lasst uns Japaner, die Hunde als Götter verehren aus solchen Sachen raus. In Japan genießen Hunde und Katzen sogar noch einen höcheren Stellenwert als hier in Europa. Laut dem Shintoismus (unserer Religion) sind Hunde und Katzen Gottheiten. Die durch Statuen und Schreine gehuldigt werden. Schonmal vom Shiba-Inu gehört? Ist ne Japanische Hunderasse und eine der ältesten Hunderassen der Welt.
Von: sebby (22.11.2009 um 17:15 Uhr)
E-Mail: sebastian-scheller@web.de
was ist das für eine mistgeburt der arme hund ich weine nur darüber ich finde es schlimm ich ahbe auch ein hud ich würde es nie amchen
Von: Johanna (10.02.2010 um 11:18 Uhr)
E-Mail: freundin98@web.de
Ich finde das total grausam!
Wie kann man das nur den armen Tieren antun. Solche Leute gehören eingesperrt!
Es geht nicht. Das ist so unfair die armen Tiere. Nur wegen der Tollwut als ob die dann weg wäre. Nein das ist sie bestimmt nicht.
Von: isabel (23.08.2008 um 18:55 Uhr)
E-Mail: schmatz8@web.de
Das ist echt fiies das in china die hunde aufe der STRA?E erschlagenw erden !!!
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