Neue Hundeverbote und was (möglicherweise) dahinter steckt

Veröffentlicht: 15.08.2010 um 16:55 Uhr
Autor: Guido Zörner

Woran erkennt man ein Sommerloch in Berlin? Sie ahnen es wahrscheinlich: an neuen Hundeverboten. Letztes Jahr war es ein Zaun am Grunewaldsee, in diesem Jahr einige Grünanlagen in Friedrichshain-Kreuzberg (Details demnächst). Doch was sind die Gründe für die neuen Hundeverote?

Die Antwort auf diese Frage sind die verantwortlichen Stadträte bisher schuldig geblieben. Angeblich sollen Verschmutzungen durch Hunde und uneinsichtige Hundehalter die Ursache sein. Ich zweifle nicht daran, dass diese Begründung übertrieben ist. Ich denke aber, dass das bestehende Grünanalgengesetz (PDF, ca. 50 KB) völlig ausgereicht hätte, entsprechendes Fehlverhalten zu sanktionieren. Das oft angeführte Vollzugsproblem lasse ich auch nicht gelten, denn auch ein Hundeverbot muss genauso kontrolliert werden wie der Leinenzwang im Park.

Was bleibt, ist der Verdacht, irgendein Herr Oberstudienrat, der nebst Gattin und Kindern vom neu bezogenen Loft in Friedrichshain-Kreuzberg jeden Tag sich genötigt sah, auf Trinker, Hartz Ⅳ Empfänger und Punks herab zu blicken. Weil das Unzumutbar erschien, mobilisierte der gute Mann einige andere ehrenwerte Nachbarn und bat seine Parteifreunde aus dem Bezirk um Hilfe. Nach einem kurzen Einwand, dass man leider keine sozialen Minderheiten und Randgruppen einfach verbieten könne im Park zu weilen, entschloss man sich, einfach deren Hunde zu verbieten. Das könne schließlich auch nicht unsozial sein. Damit war die Welt wieder ein Stückchen heiler.

Das ist natürlich nur ein Verdacht. Ich lasse mich gerne eines Besseres belehren.

Kommentare

Atom Newsfeed der Kommentare (Hilfe).

(Maximal 1500 Zeichen!)

Funktionen: