Die neue Hundewiese in der Hasenheide

Veröffentlicht: 03.12.2008 um 23:55 Uhr
Autor: Guido Zörner

Gestern wurde der Hundeplatz im Neuköllner Volkspark Hasenheide (Jahnpark) nach umfangreichen Bauarbeiten wieder feierlich geöffnet. Gefördert von der „Pedigree Initiative für die Natur des Hundes“ soll der Platz mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Hunde und Hundehalter bieten.

Eine kleine Menschenmenge steht vor dem Eingang des Platzes. Am Eingang ist ein rotes Band aufgespannt. Hardy Krüger Junior hält eine Schere in der Hand und ist bereit, das Band durchzuschneiden.
(Bild: Hardy Krüger jr. (rechts) kurz vor dem Durchschneiden des symbolischen roten Bandes. Quelle: © Edelmann, alle Rechte vorbehalten.)
Gefördert wurde die Neugestaltung aus den Mitteln des Förderprogramms der „Pedigree Initiative für die Natur des Hundes“ und unter fachlicher Planung von Dr. Barbara Schöning, Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutz und Mitglied des Expertenforums der „Pedigree Initiative für die Natur des Hundes“, mit einer Summe von 20.000 €. Schwerpunkt der Baumaßnahmen waren die Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Hundehalter sowie mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Hunde.

In der bemerkenswert kurzen Zeit von 2 Wochen wurde die gesamte Fläche planiert. Dann wurde – neben diversen Zaunarbeiten – inmitten der Wiese eine große Buddelfläche mit losem Sand angelegt. Außerdem wurden für die Hunde mehrere Höhen und Senken angelegt und einige Betonröhren als Spielgeräte in den Boden gegraben. Für die Hundebesitzer wurden ein Pavillon und Bänke aufgestellt. Stark beanspruchte Bereiche der Hundewiese (Eingangsbereiche, Bereich rund um den Pavillon) wurden mit Bodenfliesen gepflastert. Sobald es die Temperaturen wieder zulassen, wird noch eine automatischen Hunde-Tränke installiert und der Platz begrünt.

Der Hundeplatz mit der Senke in der Mitte, die teilweise mit Wasser bedenkt hist. Im Bildhindergrund der Graben, der durch die Hasenheide verläuft und im Hundeplatz endet.
(Bild: Der Hundeplatz mit Pavillion am Tag der Eröffnung. Die automatische Hundetränke wird aber später mal anders aussehen. Im Bildhintergrund ist der Teltowhang zu erkennen, der das Wasser auf den Hundeplatz leitet. Quelle und weitere Bilder: Zebu, Lizenz: CC-by-nc-nd.)
Als jedoch gestern der Botschafter der „Pedigree Initiative für die Natur des Hundes“, Hardy Krüger jr., das symbolische Rote Band durchtrennen wollte, versank der Platz wieder mal – wie häufig zu dieser Jahreszeit – stellenweise knöcheltief im Wasser und Morast. Der Hundeplatz in der Hasenheide liegt am Ende und an der tiefsten Stelle einer Senke (oder eines Grabens) der fast den ganzen Park durchquert. Hier sammelt sich dann natürlich entsprechend viel Wasser. Dieser Umstand wurde leider in den Planungen nicht berücksichtigt. Somit besteht die Gefahr, dass in ein paar Jahren die Pflasterungen, Spielgeräte und Bodenwellen von dem Wasser in ihrem Ursprungszustand, nämlich nicht vorhanden, versetzt werden. Das ist sehr schade, denn eine nachhaltige Planung hätte den Menschen und den Hunden im Kiez wesentlich mehr geholfen. Ein paar Rigolen (ein unterirdischer Graben, der z. B. mit Kies ausgefüllt ist, um Regenwasser aufzunehmen und zu versickern) bei den sowieso durchgeführten Erdarbeiten zu verlegen wäre wirklich nicht sehr teuer gewesen. Das tier- und verhaltenspsychologische Element in der Planung in allen Ehren – eine solide Landschaftsplanung unter Berücksichtigung der geologischen Besonderheiten (Teltowplatte / Berliner Urstromtal) und Bodenbeschaffenheit dieses Platzes schien jedoch leider zu fehlen (oder wurde aus Kostengründen ignoriert).

Die „Pedigeee Initiative für die Natur des Hundes“ stiftet Geld für Projekte, die ein glückliches Hundeleben und ein besseres Miteinander von Hund und Mensch fördern sollen. Teil des Engagements ist die Förderung von Hundeprojekten mit jährlich 100.000 €. Antragsteller war in diesem Fall das Naturschutz und Grünflächenamt des Bezirksamtes Neukölln, das anschließend auch selber die Bauausführung übernommen hat. Mit der Umsetzung, das heißt mit der Planung und Durchführung der Baumaßnahmen, war dann ausschließlich das Naturschutz und Grünflächenamt beschäftigt. Laut Vergabekriterien der Pedigree-Initiative scheint es zweifelhaft, ob die Förderung überhaupt möglich gewesen wäre, denn die Förderung soll grundsätzlich dem konkreten Projekt zugute kommen und nicht der Person, die es einreicht. Aber im Vordergrund steht die Sache für die Hunde und die sollte als Förderungsgrund ausreichen.

Beschämend für das Bezirksamt finde ich dagegen, das sie für die Hundehalter nur die unattraktivste Stelle im Park zur Verfügung haben (Senke), seit Jahren den Platz verkommen lassen und dann nur etwas machen, wenn sie von anderen Geld zugeschossen bekommen und dieses Geld dann auch noch von nachgeordneten Ämtern aufgetrieben wird. Hier ist ja mal das Naturschutz und Grünflächenamt zu loben, weil es die Initiative ergriffen hat und eine Finanzierungsquelle für den Hundeplatz aufgetrieben hat. Es hätte den Platz ja auch weiterhin verkommen lassen können. Ich finde, Pedigee hat sich vom Bezirk ziemlich ausnutzen lassen. Wenn Pedigree schon relativ viel Geld zur Verfügung stellt, hätte sie auch einige Forderungen z. B. nach etwas mehr Platz oder einem anderen Standort stellen können.

Ich will den Platz nicht schlecht machen. Das Engagement von Pedigree in Neukölln verdient Bewunderung und Dank. Sie hätten ihr Geld auch in den Grunewald stecken können und mit Sicherheit eine riesengroße Schar von Hundehaltern um sich gehabt, die ihnen Beifall klatscht, statt sich über zweifelhafte Planungsvorgaben zu beschweren. Der neue Platz macht schon einiges her in der Hasenheide. Ich frage mich nur, wann sich die erste Elterninitiative dort über die unangeleinten Hunde beschwert.

Kommentare

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Von: Schaefer (25.12.2008 um 04:05 Uhr)

Nach Informationen des Grünflächenamtes wird im nächsten Jahr noch ein Wasserabfluss hinzugefügt.
Die Drainage muss wohl schon bis zur Wiese nebenan liegen und soll dann weitergeführt werden.

Nochmal alles aufbuddeln,
nennt man neumodisch wohl "Arbeitsbeschaffungsmassnahme"

Ebenso der Wasseranschluss,
der ebenfalls nach dem Winter gelegt werden soll. Der Stein, der als Tränke
dienen soll, liegt ja schon auf der Hundewiese.

Auch eine (Teil-)Begrünung der Fläche
soll noch folgen,
sobald es die Witterung wieder zulässt.

Ausserdem war von der Aufstellung von
Hundekotbeutelspendern die Rede.

Der Zaun wurde übrigens nicht durch Pedigree finanziert,
dieser war schon vorher bewilligt und
eingekauft.

Würde mich aber nicht wundern,
wenn er trotzdem auf der Rechnung auftaucht :)

Warum die ganzen Bauarbeiten aber in 2 Wochen abgeschlossen sein mussten,
bleibt auch mir ein Rätsel.

Etwas mehr Planung und Sorgfalt
bei der Ausführung hätte sicherlich
Kosten einsparen können, die für andere
Sachen an gleicher Stelle hätten eingesetzt werden können.

Naja, lasst uns mal abwarten und
am Ball bleiben, nicht dass die
restlichen Mittel im wahrsten
Sinne "versickern".

(Spam oder Missbrauch melden)

Von: Schaefer (25.12.2008 um 04:05 Uhr)

Nach Informationen des Grünflächenamtes wird im nächsten Jahr noch ein Wasserabfluss hinzugefügt.
Die Drainage muss wohl schon bis zur Wiese nebenan liegen und soll dann weitergeführt werden.

Nochmal alles aufbuddeln,
nennt man neumodisch wohl "Arbeitsbeschaffungsmassnahme"

Ebenso der Wasseranschluss,
der ebenfalls nach dem Winter gelegt werden soll. Der Stein, der als Tränke
dienen soll, liegt ja schon auf der Hundewiese.

Auch eine (Teil-)Begrünung der Fläche
soll noch folgen,
sobald es die Witterung wieder zulässt.

Ausserdem war von der Aufstellung von
Hundekotbeutelspendern die Rede.

Der Zaun wurde übrigens nicht durch Pedigree finanziert,
dieser war schon vorher bewilligt und
eingekauft.

Würde mich aber nicht wundern,
wenn er trotzdem auf der Rechnung auftaucht :)

Warum die ganzen Bauarbeiten aber in 2 Wochen abgeschlossen sein mussten,
bleibt auch mir ein Rätsel.

Etwas mehr Planung und Sorgfalt
bei der Ausführung hätte sicherlich
Kosten einsparen können, die für andere
Sachen an gleicher Stelle hätten eingesetzt werden können.

Naja, lasst uns mal abwarten und
am Ball bleiben, nicht dass die
restlichen Mittel im wahrsten
Sinne "versickern".

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Von: Schaefer (25.12.2008 um 04:05 Uhr)

Nach Informationen des Grünflächenamtes wird im nächsten Jahr noch ein Wasserabfluss hinzugefügt.
Die Drainage muss wohl schon bis zur Wiese nebenan liegen und soll dann weitergeführt werden.

Nochmal alles aufbuddeln,
nennt man neumodisch wohl "Arbeitsbeschaffungsmassnahme"

Ebenso der Wasseranschluss,
der ebenfalls nach dem Winter gelegt werden soll. Der Stein, der als Tränke
dienen soll, liegt ja schon auf der Hundewiese.

Auch eine (Teil-)Begrünung der Fläche
soll noch folgen,
sobald es die Witterung wieder zulässt.

Ausserdem war von der Aufstellung von
Hundekotbeutelspendern die Rede.

Der Zaun wurde übrigens nicht durch Pedigree finanziert,
dieser war schon vorher bewilligt und
eingekauft.

Würde mich aber nicht wundern,
wenn er trotzdem auf der Rechnung auftaucht :)

Warum die ganzen Bauarbeiten aber in 2 Wochen abgeschlossen sein mussten,
bleibt auch mir ein Rätsel.

Etwas mehr Planung und Sorgfalt
bei der Ausführung hätte sicherlich
Kosten einsparen können, die für andere
Sachen an gleicher Stelle hätten eingesetzt werden können.

Naja, lasst uns mal abwarten und
am Ball bleiben, nicht dass die
restlichen Mittel im wahrsten
Sinne "versickern".

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Von: Gaby + Püppy (12.07.2009 um 11:32 Uhr)
E-Mail: hundertmark100@gmx.de

Ich schließe mich den Kommentaren von Schaefer (25.12.2008 um 04:05 Uhr)an und habe die vage Vermutung, dass mancher Euro bei der Planung im Architektenbüro oder sonst irgendwo hängengeblieben ist.

Wir waren entsetzt, als wir den "neuen" Hundeauslauf zum ersten mal gesehen haben. Man kann wirklich nicht nachvollziehen wo dort soviel Geld aufgewendet worden sein soll.

Vielen Dank an Pedigree für die wohlwollende Absicht, aber beim nächsten Mal sollten sie größere Sorgfalt bei der Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel aufbringen.

Gaby + Püppy

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